Griechenland von A bis Z vom Kytaro - Ihr Grieche

Culinaria von A bis Z

Was Sie schon immer über Griechenland wissen wollten!

A wie Am Salatbuffet

Gemeinsam mit den Vorspeisen und teilweise damit identisch, nehmen Salate eine zentrale Stellung im griechischen Speiseplan ein. Entsprechend allgegenwärtig sind sie, wobei es durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten unendlich viel mehr Salate als Gemüsesorten zu geben scheint und ein Ende dieser Liste nicht abzusehen ist.

Im Alltag kristallisieren sich jedoch die Spitzenreiter heraus, hier unsere Top 3:

1. Ntomatosalata und / oder Choriatiki
Erwartungsgemäß wird die Liste von Tomaten,- und Bauernsalat angeführt

2. Lachanosalata
Krautsalat, entweder nur mit vereinzelten Möhrenraspeln oder bunt gemischt mit z.B Chili, Sellerie u.v.m

3. Pantsaria
Gekochte Rote Bete mit Knoblauch

B wie Bier

Wenn die griechischen Götter des Olymp ihre germanischen Kollegen um eines hätten beneiden können, dann wäre dies sicher deren frühe Erfolge in der Kunst des Bierbrauens gewesen. Denn Bier kannt man im alten Griechenland nicht. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn die erste Brauerei auf griechischen Boden während der Regierungszeit des Griechenkönigs Otto von Bayern 1832 (nicht zu verwechseln mit König Otto den I. - Europameister 2004) entstanden ist. Das damals produzierte Bier erhielt den Namen FIX.

Inzwischen gehört Bier zu den angesehenen Getränken auf einer griechischen Tafel und hat gerade bei gebratenen Fleisch oder Backkartoffeln seine Liebhaber gefunden.

Hier eine Auflistung griechischer Biere:

  • Mythos
  • Alpha
  • Fix
  • Vergina

C wie Choriatiki

Es gibt wohl kaum ein Mittag- oder Abendessen in Griechenland ohne den passenden Salat. Zwei Dinge sind dabei ganz wichtig: griechische Salate werden immer unmittelbar vor dem Essen frisch zubereitet, damit sie ihre Vitamine nicht einbüssen und sie werden immer mit der Hauptspeise gegessen.

Der berühmteste aller griechischen Salate ist der Bauernsalat (griech. Choriatiki), der seinen Namen natürlich nicht erhalten hat, weil er nur von Bauern gegessen wurde, vielmehr waren die darin enthaltenen Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Oliven und Schafskäse früher eben nur bei den Bauern auf dem Land wirklich frisch und zumindestens in den entsprechenden Jahreiszeiten in ausreichenden Mengen vorrätig, sodas es diesen Salat täglich geben konnte.

Inzwischen zählt der griechische Bauernsalat zu den beliebtesten Salaten weltweit.

D wie Dolmadakia

Die Vorspeise Dolmadakia gehört unbestritten zu den bekanntesten Gerichten der griechischen Küche. Gefüllte Weinblätter sind vielseitig einsetzbar und die Rezeptur der Füllung so variabel, dass der Fantasie kaum Grenzen gesetzt werden, die wohl bekanntesten sind mit Reis und / oder Reis- und Hackfüllung. Frisch zubereitete Dolmadakia werden zum Erlebnis und eingelegt in Olivenöl sind sie lange haltbar und das lohnt sich, denn auch kalt sind sie köstlich, wenn alle Geschmacksstoffe der Füllung und der Weinblätter zusammen verschmelzen.

E wie Essgewohnheiten

Hinsichtlich des Essens beginnt der griechische Tag eigentlich nicht vor dem Mittag, den statt das klassischen Frühstücks gibt es kleines Gebäck - süss oder salzig - zum morgendlichen Kaffee.

Mittags wird dagegen das grosse Büffet der vielen Möglichkeiten eröffnet. Frische Salate, verschiedene Gemüse, gegrilltes Fleisch oder gebratener Fisch. Bei aller Vielzahl bleiben die einzelnen Portionen überschaubar. Die Hauptmahlzeit des Tages nimmt man erst in den frühen Nachtstunden ein, denn vor 22 Uhr geht man nicht aus. Damit schliesst sich der Kreis und das kaum existierende Frühstück macht Sinn. Brot ist unverzichtbarer Bestandteil jedes Essens, ganz gleich ob Teigwaren oder Salate auf den Teller kommen. Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme,es dient bewusst auch der Pflege sozialer Kontakte.

Neben den Essgewohnheiten pflegen gläubige Orthodoxe Griechen recht strenge Nicht-Essgewohnheiten und verzichten nach Vorgabe der orthodoxen Kirche im Jahresablauf unterschiedlich lange auf bestimmte Nahrungsmittel in wechselnder Zusammenstellung.

F wie Fischfang

Die meisten Fischer der griechischen Küstengebiete kennen sich untereinander, denn es sind nicht mehr viele, die jeden Tag mit ihrem Boot die Küste auf und ab fahren, in der Hoffnung auf einen guten Fang, sie haben schon bessere Zeiten erlebt. Für die Griechen selbst ist Fisch längst zu einem Luxusprodukt geworden und nur wer direkt am Meer wohnt, kann sich unmittelbar nach Einlaufen der Boote unter Brassen, Seezungen, Barschen, Barben oder sogar Petersfischen den passenden aussuchen.

Kakavia, die traditionelle griechische Fischsuppe gehört dabei zu den wichtigsten Fischgerichten und steht nach einem gelungen Fischfangtag auf jedem privaten Mittagstisch. Sie wird aus verschiedenen kleinen und grösseren Fischen zubereitet, die nach dem Kochen passiert werden. Manchmal kommen auch kleinere Krustentiere oder sogar Muscheln hinzu.

G wie Gewürze

Die Griechische Küche lebt mehr von der Qualität und frische ihrer Produkte als von ausgefeilter Rafinesse. Frische Gewürze wie Dill, Knoblauch, Thymian, Minze, Lavendel oder Oregano spielen dabei eine grosse Rolle, aber auch eine so ungewöhnliche Zutat wie Mastix. Fleischgerichte werden bisweilen mit Gewürzen versehen wie etwa Zimt und Nelken, die man eher in Süssspeissen vermuten würde.

Griechen machen beim Würzen keine Experimente. Salz, Pfeffer, Zitrone und Olivenöl bilden den Grundstock. Alles was darüber hinaus geht bleibt für die griechische Zunge gewöhnungsbedürftig. Daher wird nicht viel gewürzt, denn es muss immer herauszuschmecken sein, was auf den Tisch kommt. Ist ein Essen süss, dann ist es richtig süss. Ist etwas salzig, dann ist es sehr salzig. Auch der Knoblauch sollte immer heraus zuschmecken sein. Das Gleiche gilt für Zwiebeln und scharfe Chillies. Nur sie geniessen das Privileg, auf der Zunge brennen zu dürfen, sonst sind scharfe Gewürze in der griechischen Küche nicht erwünscht.

Und eines darf niemals fehlen: Olivenöl. Vom Salat bis zur Süssspeise, zu allem wird es gern und auch in grossen Mengen genossen.

H wie Hase (und Kaninchen)

Den Jägern im antiken Mittelmeerraum galt "Lagos" der Hase als Lieblingsbeute, denn er war sehr verbreitet. Die Zubereitung von Hasen und Kaninchen hat auch in der zeitgenössischen griechischen Küche an Wertschätzung nicht verloren. Während der langohrige Feldhase dunkles Fleisch mit ausgeprägtem Wildaroma besitzt und besonders gut auf traditionelle Wildbeizen anspricht, eignet sich das magere Fleisch des kleineren Stall- oder Wildkaninchens besonders für Schmortöpfe die in Griechenland zu den beliebtesten Zubereitungsarten zählen. Das Fleisch des Kaninchens ist heller und zarter, ähnlich wie Hühnerfleisch.

"Stifado" ein Schmorgericht mit kleinen Perlzwiebeln ist wohl eins der bekanntesten Gerichte mit Hase / Kaninchen, welches in den kühleren Wintermonaten zubereitet wird.

I wie Innereien

Wer sich für Herz, Nieren, Leber, Magen oder Zunge von Rind, Schwein, Schaf oder Ziege begeistern kann, der ist in den speziellen griechischen Tavernen, den sogenannten Patsatsidika, die nichts als Patsas und andere Kuttelspezialitäten anbieten, sehr gut aufgehoben. Sie öffnen erst nachts, um gegen 12 Uhr mittags wieder zu schliessen. Die Zubereitung von Innereien erfordert sehr viel Hygiene und Sorgfalt, weshalb man sich ein Patsadidiko vor Ort empfehlen lassen sollte. Ürsprünglich standen Innereien immer zu grossen Feiertagen, an denen traditionell ein Tier geschlachtet wurde, auf dem Speiseplan. So wurden die schneller verderbbaren Teile rasch verzehrt und von dem geschlachteten Tier blieb mehr für das Fest übrig. Heute findet man auf den Wochenmärkten eine gute Auswahl an Innereien. Die wohl bekanntesten Gerichte sind die Majiritsa (traditionelle Ostersuppe) und der Patsas (Kuttelsuppe).

J wie Jemista

Jemista heisst schlicht gefüllt. Gemeint sind damit nicht nur gefüllte Tomaten oder Paprika, sondern auch alle anderen Gemüse, die einen pikanten Inhalt haben. Man serviert sie frisch aus dem Backofen, aber auch kalt aus dem Kühlschrank. Jemista ist ein beliebtes Sommergericht, das von Region zu Region mit unterschiedlichen Zutaten zubereitet wird. Reis ist dabei die wichtigste, Fleisch oder weitere Gemüse sind eher beliebige Zutaten.

K wie Kritharaki

Wer zum ersten Mal Kritharaki probiert, wird vielleicht verunsichert sein. Hat man Reis oder Nudeln auf dem Teller? Hinsichtlich Ihrer Rohstoffe sind Kritharaki eindeutig Nudeln, bestehen sie doch aus feinem Hartweizengriess und Wasser, woraus ein homogener Teig geknetet wird. Für die charakteristische Reiskorngestalt der Nudeln, wird der Teig in eigens dafür hergestellte Formen gepresst und acht bis zehn Stunden getrocknet. Vor dem abpacken wird der Trockenheitsgrad genau geprüft, denn für die Haltbarkeit ist es entscheidend, dass die Nudeln jegliche Feuchtigkeit verloren haben.

In der Zubereitung erfahren die Nudeln dann eine Behandlung, die eher dem Reis zukäme, denn statt in reichlich Wasser kocht man sie in einer genau bemessenen Menge, gerade soviel, wie sie selbst aufnehmen können. Dabei gibt es eine alte Hausfrauenregel: dreimal soviel Wasser wie Nudeln mit etwas Salz in einen Topf, sobald es kocht, die Nudeln bei niedriger Hitze schwach köcheln, bis das ganze Wasser aufgesogen ist. Der richtige Gargrad hängt also weniger von der Zeit ab, als von der Wassermenge.

L wie Lamm

Lamm wird in Griechenland sehr gerne im Ganzen zubereitet, da es für handelsübliche Grill zu gross ist, muss man daher früh genung damit beginnen, eine Flache Grube auszuheben und sie mit Holzkohle füllen. Die Kohle muss gut durchglühen. Das Lamm muss vor dem Grillen von innen und aussen gut gewürzt werden, wobei jeder "Grillmeister" auf sein eigenes Rezept schwört, wenn auch die Meinungen bei Oregano, Thymian und Salbei differieren, Zitronensaft ist immer gut. Das Fleisch sollte während des Grillens immer wieder mit Öl bepinselt werden. Das Grillen kann bis zu sieben Stunden dauern. Es empfiehlt sich, den Spiess am Anfang schneller zu drehen, um das gleichmässige Garen zu fördern, gegen Ende aber langsamer zu werder damit das Fleisch knusprig wird, dabei sind die äussersten Schichten schon nach etwa zwei Stunden gar und können abgelöst und serviert werden. Jetzt braucht man nur noch viele gute Freunde und reichlich Wein bei anhaltenden guten Wetter.

M wie Metaxa

1880 lies sich Spyros Metaxas in Piräus nieder, erwarb kurz darauf im Süden Attikas ausgedehnte Weinberge, wo er verschiedene Weine miteinander kombinierte und unter Anwendung traditioneller Verfahren seinen ersten Weinbrand heraus brachte, den er ab 1888 in eigener Fabrik herstellte und unter seinem Namen vertrieb. Seine ersten Abnehmer fand er in der griechischen Oberschicht, bei König Georg I., in Serbien, Russland und Äthiopien. Der Erfolg kam so schnell, das er bereits 1890 in Odessa eine zweite Distillerie eröffnen konnte. Als fünf Jahre später auch Sultan Abdul Hamid dem Metaxa zusprach, stand dessen Schöpfer selbst in Istanbul Tür und Tor offen.

Metaxa wird bis heute unverändert nach dem Verfahren von Spyros Metaxas hergestellt. Ausgangsmaterial sind Weine der Traubensorten Savatiano, Sultanina und Korinthiaki, aus denen in zwei Verfahren, die den unterschiedlichen Charakteren der Weine gerecht werden. Der Grundbrand reift mehrere Jahre in Fässern aus Limousineneiche, vor der Weiterverarbeitung wird er durch Kräutermischungen geführt, die bis auf Mitwirkung von Rosenblättern ein gut gehütetes Betriebgeheimnis sind. Es is mehr als nur ein Weinbrand,es ist fast schon eine Legende.

N wie Nicht nur Tavernen

In kaum einen anderen Land haben sich so viele unterschiedliche Formen von Speiselokalen entwickelt, wie in Griechenland. Manche bieten nur Fisch an, andere haben Fleisch auf der Karte, wieder andere spezialisieren sich auf ein einziges Gericht. Mit dem Trinken verhält es sich ähnlich. Will man die griechische Küche in ihrer ganzen Vielfalt erleben, begibt man sich am besten mutig auf kulinarische Entdeckungsreise in einer der vielen Tavernen, die Griechenland Land auf, Land unter zu bieten hat.

O wie Ouzo

Im gesamten Mittelmeeraum, und das vermutlich schon seit der Zeit byzantinischer Herrschaft, sind Spirituosen mit Anisaroma verbreitet und geniessen den Status von Nationalgetränken. Der Ursprung liegt in der Wirksamkeit der geschätzten Heilkräuter, welche man mit Zugabe von Alkohol konservierte um diese haltbar zu machen, denn Anis (Pimpinella anisum) war schon in der Antike aus dem Orient über Ägypten und Kreta nach Griechenland gelangt und geichermassen als Gewürz wie auch als Heilmittel geschätzt.

Wurden Ouzo und Tsipouro, eine ebenfalls anis-aromatisierte griechische Spirituose ursprünglich in kleineren Betrieben wie auch von griechischen Winzern hergestellt um ihr Einkommen aufzubessern, erfolgt die Produktion heute auch in grösseren Destillerien. Die Ouzo-Herstellung auf der nordägäischen Insel Lesbos kann dabei als ein Beispiel höchster Destillierkunst gesehen werden. Jeder Betrieb hat sein eigenes Herstellungsverfahren und verwendet individuelle, sorgsam gehütete Rezepturen.

Basis des Ouzos ist reiner Alkohol unterschedlicher Herkunft. So kann es sich beispielsweise auch Melassedestillat handeln, das bei der Zuckerherstellung gewonnen wird. Der Alkohol wird mit Wasser verdünnt, dann kommen die Gewürze hinzu. Das können neben Fenchelsamen, Sternanissamen, Koriander, Kardammon auch andere sein. Das Material Kupfer bietet die beste Voraussetzungen zur Destillation.

P wie Pita

Diese flache Blätterteigpaste mit tausend und einer Füllungen zählt zu den griechischen Nationalgerichten und wird auf dem ganzen Festland zubereitet. Unterschiede bestehen bestenfalls in der Anzahl der geschichteten Teigblätter, die sich im Backofen aufwölben und diese typisch knusprige Erlebnis von Pita verursachen. Die Herstellung der Pita ist mit grossem Arbeitsaufwand verbunden und lag früher oft in den Händen der Grossmütter. Sie standen oft mit Sonnenaufgang auf, um den erfordelichen Teig von Hand zu kneten. Dann wurden einzelne Teigportionen, nachdem sie erneut gegangen waren, mit dünnem Rundholz ausgerollt bis hauchdünne den ganzen Tisch bedekende Teiglagen entstanden. Es erfordete Stunden, bis alle Zutaten verabeitet waren und das meist übergrosse Backblech zum nächstgelegenen Bäcker getragen wurde. Warum ausgerechnet Epirus so berühmt für seine Pita wurde ist unbekannt. Aber jeder der hier eine Pita geniessen durfte, bestätigt ihre Einzigartigkeit in Form und Geschmack. In den Städten haben sich mittlerweile traditionsbewusste Gasthäuser mit hausgemachte Pita einen besseren Namen gemacht. Pita darf zu jeder Tages- und Nachtzeit warm oder auch kalt verspeist werden.

Ein kleines Pita-Lexikon:

  • Tiropita (Schafskäse Pita)
  • Spanakopita (Spinat Pita)
  • Kotopita (Hühnchen Pita)
  • Kreatopita (Fleisch Pita)
  • Milopita (Apfel Pita)

R wie Retsina

Griechen wie zunächst auch Römer lagerten Wein wie auch nahezu alle anderen Lebensmittel in Tongefässen. Das Material war jedoch porös, weshalb Amphoren, wenn sie zur Aufnahme von Flüssigkeiten bestimmt waren, mit Pech oder dem Harz der Aleppokiefer (Pinus halepensis) abgedichtet wurden. Vermutlich sind über diesen Umweg die ersten Hatzrückstände in den Wein gelangt. Dieser Zufall, wenn es einer war, bescherte dem Wein nicht nur eine längere Haltbarkeit sondern auch seinen unverwechselbaren Geschmack. Als die Römer um lagern des Weines auf leichtere transportablere Holzfässer umstiegen, die nicht mehr abgedichtet werden mussten, geriet das Harzen des Weines zumindesten im Westen des römischen Reiches aus der Mode. Im byzantinischen Einflussbereiche blieb die Vorliebe für geharzte Weine dagegen ungebrochen.

Bis um 1960 wurde Retsina nur in Griechenland getrunken. Erst mit der Entwicklung des modernen Tourismus, als die Urlauber das in den Ferien kennengelernte Getränk auch zu Hause geniessen wollten, wurde Retsina exportiert und machte fast überall dem Ouzo Konkurenz.

Das Herstellungverfahren ist denkbar einfach. Dem Most des ansonsten traditionell ausgebauten Weines werden kleine Stückchen vom Harz der Aleppokiefer (griechsich retsini) beigefügt, maximal ein Kg pro Hl, und während des Gärprozesses bis zum ersten Abstechen vom Geläger im Wein belassen.

S wie Süsses

Wer das Land der Griechen mit den Sinnen sucht, wird unweigerlich aus Süsses stossen. Nicht nur dass zur Fastenzeit der Genuss von Süssigkeiten wie selbstverständlich erlaubt ist, ihnen kommt auch im täglichen Zusammenleben grosse Bedeutung zu. Eine auffallend Rolle nehmen Früchte, ja sogar einige Gemüsesorten ein, die nach immer ähnlichem Grundrezept in Zucker- oder Honigsirup eingelegt werden. Diese Glika Kutaliou wurden traditionell in einer silbernen Schüssel, der Glikotiki serviert und in sparsamer Dosierung von zierlichen Löffeln eher gelutscht denn gegessen. Ihr klassischer Einsatzort sind private Einladungen innerhalb der Nachbarschaft oder der Familie, um etwa ein Geburtstag oder einen Einzug zu feiern. Gliko ist meist der Auftakt dieser nachmittagtäglichen Veranstaltungen und dient als süsse Unterlage für den Mokka. Das strenge Nacheinander von Sirupfrüchten und Mokka mit dem dazugehörigen Glas Wasser ist bis heute obligatorisch.

T wie Tintenfisch (und Krake)

Tintenfische und Kraken sind Weichtiere, die zu Familie der Kopffüssler (Cephalopoda) gehören. Sie führen die Bezeichnung, weil Ihre Fangarme direkt aus ihrem Kopf herauswachsen. In der Antike waren sie nicht nur eine beliebte Nahrungsquelle, sie zählten auch in der Zoologie des Alterstums zu den besten erforschten Tieren. Besonders ihre Fähigkeit, sich zur Tarnung zu verfärben, erregte grosse Bewunderung.

Im Mittelmeer kommt der gemeine Tintenfsich (Sepia officinalis) am häufigsten vor. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 25cm und weist eine dunkele Färbung auf, die ihn auf dem Meeresboden nahezu unkenntlich macht. Seine Tinte wurde früher zur Herstellung der Farbe Sepia benutzt.

Die Verabeitung von Krake und Tintenfisch in der mediterranen Küche hat sich seit der Antike wenig verändert. Welche Zubereitungsart man auch wählt, ob gegrillt, gebraten, gefüllt oder in Rotwein eingelegt, das Fleisch ist immer eine Delikatesse. Ein Kraken- oder Tintenfischgericht ist in Griechenland das ganze Jahr über eine willkommene Mahlzeit, zumal man sie auch während der Fastenzeit essen darf, angeblich weil die schwer einzuordnenden Weichtiere eines auf keinen Fall sind: Säugetiere.

V wie Vanillia

In gewisser Weise ist Vanillia der erste griechische Softdrink, denn noch bis vor 30 Jahren gehörte es zur den wichtigsten Erfrischungsgetränken bei einer nachmittagtäglichen Frauen- und Männerrunde. Dabei war es Süssigkeit und Getränk zugleich: Man gab einen Teelöffel mit Vanillia in ein Glas gekühltes Wasser. Während der Mokka serviert wurde, lutschte man langsam ein wenig Sirup vom Löffel ab, trank das leicht süss gewordene Wasser dazu und den Mokka hinterher.

W wie Wolta

Wenn man in Griechenland früher spazieren ging, dann tat man das nicht unbedingt rein zum Vergnügen. Denn "Wolta" gehen, wie man zu sagen pflegte, war mit festen Verhaltensregeln verbunden, besonders auf dem Land. Dort war Wolta am Wochenende für Frauen und Mädchen die einzige Gelegenheit, dem häuslichen Milieu zu entkommen, nach heiratswilligen junden Männern Ausschau zu halten oder sich einfach nur in ihren neuesten Kleidern zu zeigen. Auch die jungen Männer machten sich fein um ihren Mädchen zu gefallen. Nur die gestandenen Männer sassen lieber in ihrem Lieblings-Kafenion, den Wolta gehen war ihnen nun wirklich zu lästig. Und ehe sie sich herabliessen, den Rest der Familie dabei zu begleiten, liessen sie sich gewöhnlich erst sehr lange bitten.

Wolta ging man nur auf der Hauptstrasse des Ortes, die man mehrmals auf und ab schlenderte, wobei man sich immer wieder begegnete, die Spaziergänger auf der anderen Seite verstohlen aus den Augenwinkeln betrachtete oder ihnen sogar ein kurzes Lächeln zuwarf.

X wie Xinomavro

Die heutigen Weinregionen in Griechenland sind von unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und geologischen Kennzeichen geprägt. In den Regionen von Goumenissa und Naoussa von Makedonien und Thrakien wird eine der bedeutesten Rotweinreben angebaut: die Xinomavro. Diese wird auch Rebe des Nordens gennant und besticht mit ihrem hohen Säuregehalt und ausgeprägtem Beerenaroma.

Y wie Ysop

Ysop wird als Gewürz- und Heilpflanze seit dem 16. Jahrhundert kultiviert. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem griechischen Arzt Hippokrates, der sie bei Erkrankungen der Atemwege verordnete. Hyssopus leitet sich von hebräisch „ezop“ (griech. „azob“) ab, was „heiliges Kraut” bedeutet. Als Gewürz verarbeitet, werden junge Blätter kleingehackt und in Salate / Gemüse gegeben.

Z wie Zeit zum Essen

Das gemeinsame Essen ist den Griechen wichtig. Eigentlich an jedem Tag, doch die alltäglichen Verpflichtungen, besonders in den Grossstädten, zwingen heute natürlich zu manch Kompromiss. An Festtagen gibt es jedoch kein Vertun, da gehört die ganze Familie an einen Tisch. Das gilt für die privaten Feiern wie Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen ebenso wie die offiziellen religiösen Feste. Eine besondere Qualität erhält dieses miteinander Essen, wenn ihnen eine lange und entbehrungsreiche Fastenzeit vorausging, so dass man nicht nur das Zusammen-Essen, sonder auch das Wieder-Alles-Essen-Dürfen zelebriert. Die Tische biegen sich förmlich unter Lebnsmitteln, es wird stundenlang getafelt und erzählt. Die Feiertagsstimmung, d.h. eine Atmosphäre von Nicht-Werktag, ist so greifbar, dass zahllose Griechen sie ohne Gewissensbisse auch völlig ohne religiösen Vorwand geniessen können.

Kytaro - Greek Cuisine